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Spaceman Audacieuse 1974: Uhrendesign im Weltraumzeitalter

· Mamontrevintage

Spaceman Audacieuse 1974: Uhrendesign im Weltraumzeitalter — Vintage-Armbanduhr fotografiert von Mamontrevintage

Anfang der 1970er-Jahre veränderte sich die Schweizer Uhrmacherei nicht nur durch neue Uhrwerke. Die Branche experimentierte mit futuristischen Gehäusen, Uhren als Designobjekten und Zifferblättern, deren Formen an die Raumfahrt erinnerten. Die 1974 von André Le Marquand entworfene Spaceman Audacieuse entstand in dieser Zeit gestalterischer Erfindungslust.

Der Hintergrund: 1969 und die Faszination für das Weltall

Die erste Mondlandung im Jahr 1969 prägte die Bildkultur nachhaltig. Möbelgestaltung, Architektur, Automobildesign und Mode griffen umschließende Formen, Visiere, farbenfrohe Schalen und an Raumanzüge erinnernde Silhouetten auf.

Auch in der Uhrmacherei förderten die Quarztechnik und neue Materialien den Experimentiergeist. Hersteller und Montagebetriebe wollten sofort erkennbare Uhren anbieten. Die Zeitanzeige blieb vertraut, aber das Gehäuse wurde zur nahezu grenzenlosen Gestaltungsfläche.

In dieser Atmosphäre entstand das Spaceman-Projekt: Die Formensprache von Raumfahrthelmen und Raumanzügen sollte am Handgelenk umgesetzt werden, statt herkömmliche Fliegerchronographen zu imitieren.

Spaceman Audacieuse Vintage-Uhr von André Le Marquand, erste Ansicht — Mamontrevintage
Fotografie der besprochenen Uhr — © Mamontrevintage.

Catena und André Le Marquand: die Ursprünge des Projekts

Die Uhr ist mit der Schweizer Marke Catena und ihrem Leiter Claude Lebetverbunden. Ende der 1960er-Jahre beauftragte dieser den Designer und Architekten André Le Marquandaus Neuchâtel, einen Zeitmesser zu entwerfen, der die neue Faszination für die Raumfahrt zum Ausdruck bringen sollte.

Das erste Spaceman-Modell wurde auf der Basler Messe 1972vorgestellt. Ovales Gehäuse, gewölbtes Glas, farbiges Visier und ungewöhnlich konstruierte Armbänder unterschieden es deutlich von traditionellen Armbanduhren.

Der Entwurf wurde nicht nur unter dem Namen Catena verbreitet; mehrere Häuser vertrieben Ausführungen unter eigener Marke. Die Varianten zeigen die Bedeutung von Industriedesign, Fertigung unter unterschiedlichen Markennamen und Vertriebswegen in der Uhrmacherei der 1970er-Jahre.

1974: die Spaceman Audacieuse erscheint

Im Jahr 1974entwarf André Le Marquand eine zweite Generation mit dem Namen Spaceman Audacieuse. Das Weltraumthema blieb erhalten, doch statt der ovalen Form von 1972 entstand ein eckigeres Gehäuse mit integriertem Visier und geometrischerem Erscheinungsbild.

Die Silhouette erinnert an einen Helm mit straff gespannten Flächen. Das Glas scheint bis an die Ränder zu reichen, während das Zifferblattfenster beinahe durch eine Schale geschützt wirkt. So entsteht ein besonderer Tiefeneindruck, der die wahrgenommene Größe der Uhr verändert.

Die Bedeutung des Modells ist nicht nur technischer Natur: Die Uhr inszeniert sich als eigenständiges Designobjekt. Sie verkörpert eine für die 1970er-Jahre typische Zukunftsvorstellung, als die Raumfahrt sowohl Haushaltsgegenstände als auch Berufsausrüstung beeinflusste.

Spaceman Audacieuse Vintage-Uhr von André Le Marquand, zweite Ansicht — Mamontrevintage
Fotografie der besprochenen Uhr — © Mamontrevintage.

Eine Schweizer Uhr, bei der das Gehäuse im Mittelpunkt steht

Die Spaceman Audacieuse fällt durch ihr breites Gehäuse mit etwa 38 mm bei dokumentierten Varianten und durch den sorgfältig gestalteten Übergang von Mittelteil, Glas und Zifferblatt auf. Dreieckige oder abgeschrägte Bereiche des Glases unterstreichen bei manchen Ausführungen die dreidimensionale Konstruktion.

Das Zifferblatt bleibt meist schlicht und überlässt dem Gehäuse die Hauptrolle. Die Stundenmarkierungen häufen keine zusätzlichen Funktionen an, sondern ermöglichen das Ablesen innerhalb einer komplexen Öffnung. Die Besonderheit liegt somit hauptsächlich in der Form, nicht in der Komplikation.

Eine Spaceman Audacieuse von 1974mit signiertem Armband zeigt die Bedeutung der Einheit aus Gehäuse und Band. Das Armband prägt die Gesamtsilhouette mit und führt den Entwurf über das eigentliche Uhrengehäuse hinaus.

Die Audacieuse als Zeugnis der Designgeschichte

Die späten 1960er- und frühen 1970er-Jahre waren auch von einer Vielfalt an Uhrenmarken und Signaturen geprägt. Manche Modelle wurden durch technische Innovation berühmt; andere wie die Spaceman fanden durch ihre Formensprache und die industriellen Voraussetzungen Eingang in die Geschichte.

Zwischen der ovalen Spaceman von 1972 und derAudacieuse von 1974interpretierte André Le Marquand dieselbe Vorstellung auf zwei Arten. Die erste setzte auf runde Helmformen und Farbe, die zweite übertrug das Weltraumvisier in kantigere Linien.

Die Audacieuse bewahrt damit den Geist eines konkreten Moments Schweizer Uhrengestaltung: Raumfahrt, Industriedesign und Begeisterung für futuristische Formen fanden ihren Weg bis zu dem mechanischen Alltagsgegenstand am Handgelenk.

Spaceman Audacieuse Vintage-Uhr von André Le Marquand, dritte Ansicht — Mamontrevintage
Fotografie der besprochenen Uhr — © Mamontrevintage.

Historische Werbung und Katalogarchiv

Historische Werbung und Katalogarchiv
Zeitgenössische Werbung oder Katalogunterlagen zum historischen Kontext dieser Uhr. Historische Quelle.

Quellen und Dokumentation

  1. Fratello — André Le Marquand's Timeless Spaceman Audacieuse, Geschichte und Design 1972/1974.

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