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Longines Ultra-Chron: vom Hochfrequenzkaliber 431 zum Kaliber 6651

· Mamontrevintage

Der Name „Ultra-Chron“ stand für einen außergewöhnlichen Anspruch an Präzision. Doch nicht jede Uhr mit diesem Schriftzug arbeitet mit 36.000 Halbschwingungen pro Stunde. Der technische Unterschied zwischen Kaliber 431 und den späteren Werken der 66er-Reihe ist bei der Beurteilung einer Uhr entscheidend.

Longines: Präzision und das Erbe von Saint-Imier

Longines wurde 1832 von Auguste Agassiz in Saint-Imier gegründet. Unter Ernest Francillon wurde die Fertigung 1867 in einer modernen Manufaktur zusammengeführt. Der Name Longines und die geflügelte Sanduhr verbreiteten sich zunehmend in der internationalen Uhrenwelt.

Im 20. Jahrhundert machte sich Longines mit Sportzeitmessung, Fluginstrumenten und der Erforschung präziser Uhrwerke einen Namen. Im Jahr 1959wurde das Kaliber 360 mit besonders hoher Frequenz für Chronometriewettbewerbe entwickelt.

Im Jahr 1967übertrugen die ersten kommerziellen Ultra-Chron Modelle die Forschung zur Hochfrequenz auf alltagstaugliche Armbanduhren. Longines wollte Erkenntnisse aus der Präzisionszeitmessung im täglichen Gebrauch nutzbar machen.

1959–1967: Hochfrequenz wird zum Ziel der Uhrmacherei

Longines verweist auf die Entwicklung des Kalibers 360 im Jahr 1959 für Chronometriewettbewerbe. 1967 übertrug die Manufaktur das Konzept schneller Werke auf die kommerziell angebotene Uhrenfamilie Ultra-Chron. 1968 folgte eine Taucheruhr mit Hochfrequenzwerk und einer angegebenen Wasserdichtigkeit von 200 Metern.

Eine höhere Frequenz bei einer klassischen Hemmung erhöht die Zahl der Unruhschwingungen. 36.000 Halbschwingungen pro Stunde entsprechen 10 Halbschwingungen pro Sekunde, also 5 Hz. Diese Gangart kann eine stabilere Regulierung ermöglichen, erhöht aber zugleich die Anforderungen an Schmierung und Verschleiß. Aus der Frequenz allein folgt keine garantierte Ganggenauigkeit.

Longines Ultra-Chron Kaliber 431 Vintage-Hochfrequenzuhr mit Fadenkreuz-Zifferblatt — Mamontrevintage
Exemplar aus unserem früheren Katalog mit Kaliber 431 — © Mamontrevintage.

Kaliber 431: das Herz der ersten Ultra-Chron

Die prägenden frühen Ultra-Chron-Modelle verwenden das Longines-Automatikkaliber 431. Seine hohe Schlagzahl gehört zum Charakter dieser Uhren. Einige Zifferblätter weisen eigene grafische Merkmale auf; ähnliche Gestaltungen finden sich jedoch auch bei anderen Werkgenerationen.

Vom Kaliber 431 zum 6651: zwei unterschiedliche Generationen

Historische technische Unterlagen von Longines für die spätere Familie 6641 / 6642 / 6651 / 6652 nennen 28.800 Halbschwingungen pro Stunde, also 4 Hz. Das Kaliber 6651 ist ein Automatikwerk mit Zentralsekunde und augenblicklich schaltendem Kalender. Eine Ultra-Chron mit diesem Werk besitzt daher nicht automatisch die 36.000 A/h der ersten Generation.

Longines Ultra-Chron Kaliber 6651 Vintage-Automatikuhr — Mamontrevintage
Eine weitere Ultra-Chron aus unserem Katalog mit Kaliber 6651 — © Mamontrevintage.

Zifferblattvarianten und Ultra-Chron-Referenzen

Ein Fadenkreuz-Zifferblatt — crosshair — ist ein Gestaltungsmerkmal und keine Kaliberangabe. Weder die Farbe des Zifferblatts noch ein vorhandenes Etui bestimmen die Hemmung. Ältere Verkaufsanzeigen verwenden mitunter verkürzte Beschreibungen; Sammler sollten die Kennzeichnungen und das Werk prüfen lassen.

Ultra-Chron: zwei Kaliber, zwei technische Entwicklungsstufen

Ultra-Chron-Uhren mit Kaliber 431 gehören zur ersten Automatikuhrgeneration mit 36.000 Halbschwingungen pro Stunde (5 Hz). Die spätere Familie mit dem Kaliber 6651 arbeitet mit 28.800 Halbschwingungen pro Stunde (4 Hz). Diese Entwicklung zeigt, dass unter demselben Modellnamen unterschiedliche Uhrwerke vertrieben wurden.

Weitere Aufnahme der Longines Ultra-Chron mit Fadenkreuz-Zifferblatt — Mamontrevintage
Weitere Fotografie des Exemplars mit Kaliber 431 — © Mamontrevintage.

Quellen und Dokumentation

  1. Longines — moderne Ultra-Chron und ihre Hochfrequenz-Tradition.
  2. Technische Unterlagen von Longines zu den Kalibern 6641, 6642, 6651 und 6652 — digitalisierte historische Dokumentation.
  3. Longines Museum — Geschichte der Manufaktur.

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