Aquastar 63: Frédéric Robert und die Entwicklung der Taucheruhren
· Mamontrevintage
In den 1960er-Jahren entwickelte Aquastar Uhren für die besonderen Anforderungen des Tauchens. Die Marke beschränkte sich nicht auf eine höhere Wasserdichtigkeit, sondern erfand Lösungen, um Zeit unter Wasser besser abzulesen und zu messen. Die Aquastar 63 mit innenliegender Lünette steht für diese Entwicklung.
Von JeanRichard zu Aquastar: Spezialisierung auf Tauchausrüstung
Aquastars Geschichte ist mit der Uhrmacherei von JeanRichard S.A.verbunden, einem Schweizer Unternehmen, das mehrere Instrumente für maritime Anwendungen entwickelte. Der Ingenieur und Unternehmer Frédéric Robert leitete eine Werkstatt, in der Zeit- und Tiefenmessung sowie Unterwasserergonomie im Mittelpunkt standen.
Der Name Aquastar wurde offiziell 1962eingetragen, doch die Forschung begann früher. Am 30. Dezember 1959meldete JeanRichard im Namen von Frédéric Robert ein Patent für mehrere am Handgelenk vereinte Instrumente an: Uhr, Tiefenmesser, Kompass und Thermometer. Dies verdeutlicht die Leitidee, Tauchausrüstung an den praktischen Bedürfnissen der Nutzer auszurichten.
In den folgenden Jahren entwickelte Aquastar verschiedene Innovationen für Rechenlünetten, Tiefenmessung und Kronensysteme. Die Aquastar 63 gehört zu dieser Tradition schweizerischer nautischer Instrumente.

1962: das Patent für die innenliegende Drehlünette
Am 13. Februar 1962meldete Aquastar das Patent CH 1713/62an, dessen Erfinder Jaques Ochsenbein und Raoul-H. Erardwaren. Beschrieben wird eine Uhr mit einer im Gehäuse unter dem Glas drehbaren Lünette, die über äußere Bedienelemente gesteuert werden kann.
Die Skala zur Messung der verstrichenen Tauchzeit sollte geschützt werden. Die innenliegende Lünette ist weitgehend vor direkten Kontakten mit der Tauchausrüstung geschützt und folgt einem anderen Prinzip als eine gerasterte Außenlünette. Ihre Bedienung erfordert eine eigene Gehäusearchitektur.
Das 1964 veröffentlichte Patent gehört zu den wichtigen Dokumenten der frühen Aquastar-Generation. Es zeigt, dass Ablese- und Bedienmechanismen nicht bloß Gestaltungselemente, sondern eigenständige uhrmacherische Erfindungen waren.
Aquastar 63: Stahlgehäuse, Automatikwerk und Instrumentenzifferblatt
DieAquastar 63 hat ein konsequent auf das Tauchen ausgerichtetes Design: kontrastreiches Zifferblatt, gut erkennbare Indizes, Stahlgehäuse und umlaufende Skala zur Zeitmessung. Schnelle Ablesbarkeit ist wichtiger als zusätzliche Dekoration.
Die abgebildete Version besitzt ein Automatikkaliber A. Schild AS 1701, ein Stahlgehäuse von etwa 38 mm Durchmesser und eine innenliegende Drehlünette. Diese Komponenten verorten die Uhr in der Schweizer Industrie der Mitte des 20. Jahrhunderts, als Gehäuse-, Rohwerk- und Dichtungsspezialisten gemeinsam solche Instrumente ermöglichten.
Das Automatikwerk erleichterte den täglichen Gebrauch ohne regelmäßiges manuelles Aufziehen und Unterbrechen der Gangreserve. Bei Taucheruhren entsprach die geringere Bedienung der Krone auch dem allgemeinen Ziel, das Gehäuse zu schützen.

Aquastar und die Zeitmessung unter Wasser
Beim Tauchen wird die Markierung einer graduierten Lünette auf den Minutenzeiger eingestellt, sodass sich die verstrichene Zeit schnell ablesen lässt. Vor persönlichen Tauchcomputern gehörte die mechanische Uhr zu einer Instrumentenausstattung, die auch Tiefe und Gasdruck erfasste.
Aquastar ging mit mehreren patentierten Lösungen weiter. Im Jahr 1964betraf ein Patent von Marc Jasinski unter Leitung Frédéric Roberts eine Lünette zur vereinfachten Anzeige von Nullzeiten beim Tauchen. Hier wird der Übergang von der bloßen Messung zur praktischen Interpretation der Zeit deutlich.
Aquastar umfasst daher nicht nur ein Modell: Aquastar 63, Deepstar, Benthos und Regate besitzen unterschiedliche Funktionen und Konstruktionen, die jedoch den gemeinsamen Anspruch zeigen, Uhrmacherei als Werkzeug einzusetzen.
Die Aquastar 63 in der Geschichte der Taucheruhren
Gegenüber Nachkriegs-Taucheruhren mit Außenlünette verkörpert die Aquastar 63 eine andere Ingenieurstradition. Sie schützt die Skala unter dem Glas und lässt einen großen Teil der Funktion aus dem Zusammenspiel von Krone, Gehäuse und innenliegender Lünette entstehen.
Das Patent von 1962 und die anschließenden Entwicklungen des Aquastar-Teams verdeutlichen die Bedeutung des Modells. Mit dieser Uhr leistete die kleine Schweizer Manufaktur einen Beitrag zur Geschichte professioneller und sportlicher Instrumente, die die Verbreitung des autonomen Tauchens begleiteten.

Quellen und Dokumentation
- Aquastar — offizielles Frédéric-Robert-Archiv und Markenchronologie.
- Aquastar — Archiv Schweizer Patente, darunter CH 1713/62.
Bei MaMontreVintage entdecken
Unsere Auswahl weiter erkunden
Ausgewählte derzeit angebotene Uhren, um dieses Kapitel der Uhrengeschichte weiterzuentdecken.



